ERP vs. KIKI-Agenten

Millionengrab klassische ERP-Projekte: Warum AI die Wertschöpfung grundlegend verändert

Das Millionen-Grab SAP bei Schwarz zeigt: Starre ERP-Korsette ruinieren den Mittelstand. Erfahren Sie, warum die Kombination aus strukturierten Prozessen und KI im Mittelstand die echte Zukunft der Wertschöpfung ist.

26. Mai 2026·Andreas Engler·4 Min. Lesezeit

Die Schlagzeilen zum SAP-Debakel bei Lidl habe ich noch lebhaft vor Augen. Im Rückspiegel betrachtet war das wohl eine der lehrreichsten Bauchlandungen, die sich der ansonsten so prozessstarke und digital versierte Discounter je geleistet hat.

Der Versuch, historisch gewachsene Prozesse – welche die Unternehmung zusammen mit den Menschen schlussendlich zu dem machen, was sie ist – mit massiven Coding-Aufwänden in ein Korsett zu pressen, lief üblicherweise nie sonderlich erfolgreich. Dazu kommt die massive Abhängigkeit von einem großen Softwarehersteller, der in seiner Unternehmensstrategie selbst auf Riesen wie Lidl verzichten kann und eher kundenagnostisch und zum eigenen Vorteil agiert anstelle von partnerschaftlich. Schließlich muss man die Börse im Blick behalten. Alles nichts, was der deutsche Mittelstand braucht.

Also gab es als ERP bisher Standard-Ware: Ein ganzer Zoo von SaaS-Anbietern mit Toolchains für alles Mögliche. Ein Tool für Sales. Ein Tool für die Angebotserstellung. Ein Tool für etc. Und zwischen allen Tools: immer wieder Medienbrüche. Da gibt es dann Tools, nur um Daten von A nach B zu kopieren – von einem Format in ein anderes. Dieser unkontrollierte ERP-Wildwuchs treibt nicht nur die Lizenzkosten, sondern auch die operative Komplexität für Unternehmen massiv in die Höhe.

Und dann kommt nun auch noch AI hinzu. In alle Tools wird jetzt ein Chat eingebaut, aber am eigentlichen Workflow, den manuellen Arbeiten und schließlich dem Zeitinvest, den Lizenzkosten und der Komplexität für die Mitarbeiter ändert sich wenig bis gar nichts.

KI zur Rettung oder warum AI-Agenten nur ein Teil der Lösung sind

Währenddessen jagt eine Erfolgsmeldung zu AI-Agents die nächste. OpenClaw, Claude und Paperclip versprechen alle, dass man nur noch die KI prompted und die macht das dann schon, wie dann sogar das Handelsblatt schreibt (Ref).

Inzwischen flachte der Hype um OpenClaw und Co. ab und Berichte über Probleme bzgl. Sicherheit und gescheiterten Projekten nahmen zu, während allerdings die echte Nutzbarkeit dieser Agentic AI Toolchains mehr und mehr zunimmt. Aber woher kommt diese Dissonanz zwischen Tech-Gurus und CEOs wie OpenAI und Anthropic, die mit einer gehypten Presse das neue KI-Zeitalter predigen, während sich im echten Arbeitseinsatz dann alles so viel komplizierter und nicht immer direkt nutzbar darstellt?

Ich habe ursprünglich mal Physik studiert. Da wurde mir beigebracht, Systeme bezüglich ihrer Verarbeitung von Information zu bewerten und zu studieren. KI im Mittelstand ist ein weites Feld von völlig verschiedenen Systemen. Es gibt KI, die Bilder generiert, welche die Wörter vorhersagt, oder auch Entscheidungsbäume, die Informationen zu Kategorien zuordnen, und und und.

Was hier mit OpenClaw, Claude und ähnlichen Tools zur Verfügung gestellt wird, basiert primär auf LLMs (Large-Language-Models) – also einer KI, die Wörter vorhersagt. Natürlich auf Basis von ganz viel antrainiertem Wissen. Aber eben allgemeinem Wissen. Nicht auf Basis der konkreten Prozesse und Besonderheiten der Branche, der eigenen Kunden und der eigenen operativen Abläufe.

Also geht der unvorbereitete Einsatz regelmäßig nach hinten los:

  • Von Startups, bei denen durch einen unkontrollierten Agenten-Befehl die gesamte Firmendatenbank gelöscht wurde,
  • über Kundenservice-Schnittstellen, bei denen eine KI Kunden beleidigte oder mit Falschaussagen in die Irre führen und rechtliche Haftung für das Unternehmen begründen,
  • bis hin zu Beispielen, bei denen man dachte, ein reines LLM könne mal eben Aktienmärkte fehlerfrei vorhersagen, während das System in Wahrheit nur historische Daten auswendig gelernt hat.

Vom Halluzinieren, was noch immer ein inhärentes Problem bei allen derzeit verfügbaren LLMs und allen anderen Transformer basierten Modellen ist, ganz zu schweigen.

Der Ansatz von Ankerkern: Prozessautomatisierung mit Leitplanken

Ein gutes Unternehmen definiert sich durch seine Mitarbeiter und seine Prozesse. Klassisch hat man als Mittelständler immer mindestens eines von beiden verloren, wenn man neue gängige SaaS-Lösungen oder jetzt eben einfach unüberlegte AI-Agent-Ansätze einführt.

Wir vertreten bei Ankerkern die Auffassung: Das sollte nicht so sein. Beim Duell ERP vs. KI-Agent im Mittelstand geht es nicht um ein Entweder-oder, sondern um die richtige Symbiose. Stattdessen kombinieren wir beides exakt so, wie gute Prozesse und menschliche Mitarbeiter im echten Leben kombiniert werden: Sie geben den Agents via Anweisungen klar vor, was sie machen sollen und behalten über einfach modellierte, deterministische Prozesse dennoch die volle Kontrolle. Jeder virtuelle Mitarbeiter verarbeitet und transferiert die Informationen in seinem Aufgabenbereich genau so, wie es in Ihrem Betrieb schon immer gut funktioniert hat.

  • Der Vorteil: So ein System kann parallel zur bestehenden, oft zerklüfteten Softwarelandschaft laufen.
  • Die Sicherheit: Die Unternehmen können sich wie bei einem neuen Mitarbeiter zunächst im Parallelbetrieb davon überzeugen, dass der digitale Kollege das macht, was er auch machen soll.
  • Das Deployment: Live geht der Agent erst, wenn die Fehlerquote im Testbetrieb stabil unter der von Ihnen definierten, notwendigen Quote liegt.

Das sind echte Vorgänge und echter Betrieb. Und weil das gesamte Konzept modern und flexibel gedacht wurde, entstehen neue Prozesse und Anpassungen in Minuten – nicht in monatelangen Projekten mit Millionen-Investment.

Wenn Sie sich auch fragen, wie Sie echten Mehrwert in ihrem Unternehmen mit KI erzeugen können, ohne Hype ohne überzogene Erwartungen oder Risiken, fangen Sie nicht mit Tools an, sondern mit ihren konkreten Prozessen und Use-Cases. Schauen Sie nach einem Partner, der Ahnung hat und bei dem Ihre individuellen Abläufe so auch eins zu eins Berücksichtigung finden. Nur ein Partner auf Augenhöhe bringt für beide einen Win/Win.

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